Geilenkirchen – Orte der Erinnerung für jüdische Mitbürger und andere Verfolgte in der NS-Zeit

Geilenkirchen: Klares Ja für Verlegung von Stolpersteinen

Geilenkirchen. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Geilenkirchen für die Verlegung von «Stolpersteinen» aus.

Artikel aus der Aachener Zeitung vom 24.02.2012. Autor: Georg Schmitz

Wie mehrfach berichtet, hat eine Gruppe Geilenkirchener Bürgerinnen und Bürger die Initiative zu diesem «Stolperstein-Projekt» ergriffen, mit der Absicht, das Gedenken an die Geilenkirchener Opfer des Nationalsozialismus aufrecht zu erhalten. Zur Mahnung für zukünftige Generationen sollen diese Steine, wie in vielen anderen Kommunen in Deutschland bereits geschehen, vor den Häusern früherer jüdischer Familien im Boden eingebracht werden. «Wir müssen die Betroffenen durch unsere Erinnerung in unsere Stadt zurückholen», steht in dem Antrag, den die Initiative mit der Bitte um Zustimmung zur Verlegung der «Stolpersteine» an die Stadt Geilenkirchen gestellt hat. Wilhelm-Josef Wolff (CDU), Jürgen Benden (Bündnis 90/Grüne) und Christian Kravanja (Freie Bürgerliste) stimmten dem «gut ausgearbeiteten Antrag» in dieser Form sofort zu.

Eingetragene Marke des Künstlers

Eigentlich waren auch weiterhin keinerlei umfangreichen Diskussionen zu erwarten, hätte nicht Horst-Eberhard Hoffmann überraschend einen Antrag der SPD eingebracht.

Die Sozialdemokraten würden gerne zusätzlich eine zentrale «Gedenkstätte» für Stolpersteine sehen. An diesem Platz sollten die restlichen Stolpersteine installiert werden, die von nicht zustimmenden Hauseigentümern abgelehnt worden sind. Jürgen Benden verwies darauf, dass die Stolpersteine als eingetragene Marke eines Künstlers nur vor Häusern der ehemaligen jüdischen Mitbürger verlegt werden dürfen.

Dahingehend gelte es, den SPD-Antrag zu überprüfen und zunächst einmal zurückzustellen. Wilhelm-Josef Wolff brachte überhaupt kein Verständnis für den SPD Antrag auf. «Freiwilligkeit ist ein hohes demokratisches Gut», mahnte Wolff in Richtung Hoffmann. Jeder Hausbesitzer könne selber entscheiden, ob er den Stolpersteinen zustimme.

«Warum plötzlich diese Schärfe?»

«Lehnt nur ein Hausbesitzer ab, bleibt diese jüdische Familie vergessen», meldete sich Uwe Eggert (SPD) zu Wort. Eggert verstand nicht, warum Wilhelm-Josef Wolff plötzlich eine «Schärfe» in das Thema reinbringe. «Wenn zusätzlich ein Platz für Stolpersteine eingerichtet wird, finde ich das gut», stellte sich Manfred Mingers (Die Linke) auf die Seite der SPD.

Bürgermeister Thomas Fiedler beendete die Debatte und ließ über den eigentlichen Antrag der Initiative abstimmen, dem der Ausschuss vorbehaltlos zustimmte.