Geilenkirchen – Orte der Erinnerung für jüdische Mitbürger und andere Verfolgte in der NS-Zeit

Gedenken unverzichtbar

Schüler gestalten zweite Stolpersteinverlegung

Artikel aus der SuperSonntag vom 08.06.2014

An der zweiten Stolpersteinverlegung in Geilenkirchen nahmen nicht nur viele Schülerinnen und Schüler sondern auch zahlreiche Besucher teil.

An der zweiten Stolpersteinverlegung in Geilenkirchen nahmen nicht nur viele Schülerinnen und Schüler sondern auch zahlreiche Besucher teil.

Foto: Veranstalter

Geilenkirchen. An fünf Stellen wurden bei der zweiten Stolpersteinverlegung in Geilenkirchen jetzt insgesamt 20 Stolpersteine verlegt.

Zu dieser Aktion haben fünf Geilenkirchener Schulen beigetragen: Jede Schule hatte es übernommen. die zu ehrenden Personen am Haus ihrer jeweiligen „Verlegepatenschaft" mit Fotos und Erläuterungen zur Lebens- und Verfolgungsgeschichte vorzustellen. Es wurden Lieder gesungen, Gedichte vorgetragen und Blumen niedergelegt. Die Schüler der Straßenbauerklasse des Berufskollegs Technik assistierten Aktionskünstler Gunter Demnig bei der Verlegung aller Stolpersteine.

Den Auftakt machten Kinder der Realschule, indem sie eindringlich über die schreckliche Verfolgung Geilenkirchener Bürger jüdischen Glaubens in der Zeit nationalsozialistischer Terrorherrschaft sprachen. Das Berufskolleg Wirtschaft beindruckte durch eine großartige Rede des Sprechers der Schülervertretung. Pascal Winter. Er begründete, warum auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs Gedenken und Denkmale wie die Stolpersteine unverzichtbar sind.

Die Anita-Lichtenstein-Gesamtschule hatte für gleich zwei Verlegestellen die Patenschaft übernommen. Den weitesten Weg zur Verlegestelle hatten die Schüler von St. Ursula, die in großer Zahl und gleich in Schulorchesterstärke mit ihren Instrumenten nach Bauchem gekommen waren. Sie trugen das jüdische Gebet „Sch'ma Israel" vor und beschlossen mit ihren Instrumentalbeiträgen die zweite Stolperstein Verlegung in Geilenkirchen in eindrucksvoller Weise.

Viele Geilenkirchener und Gäste aus umliegenden Städten zeigten sich vom Einsatz der jungen Leute ebenso begeistert wie Aktionskünstler Gunter Demnig, der mittlerweile mehr als 40.000 Stolpersteine in ganz Europa gelegt hat. Die zweite Stolperstein-Verlegung in Geilenkirchen war auch Voraktion zur Begegnungswoche „Erinnern für die Zukunft", zu der in der ersten Septemberwoche vier Überlebende der Shoa in Geilenkirchen zusammen mit sieben weiteren Verwandten aus den USA und Israel zu Besuch in ihre alte Heimatstadt kommen.

Die Schüler lernen dann diejenigen persönlich kennen, über deren Lebensweg sie anlässlich dieser Stolpersteinverlegung schon so viel erfahren haben. (red)