Geilenkirchen – Orte der Erinnerung für jüdische Mitbürger und andere Verfolgte in der NS-Zeit

Gedenken zum 75. Jahrestag des Pogroms 1938 in Geilenkirchen

In einem Gedenkgottesdienst anlässlich der 75. Wiederkehr des Pogroms vom 9. November 1938 gedachten auf Einladung der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde in Geilenkirchen Menschen der Gräueltaten, die mit und seit diesem Tag auch jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürgern auch in Geilenkirchen erlitten haben.

An jenem Abend 1938 wurde die Synagoge geschändet und abgebrannt, jüdische Mitmenschen – so berichten noch heute Zeitzeugen – wurde aus ihren Häusern gezerrt, Schaufenster und Türen ihrer Häuser zerstört und ihre Geschäfte geplündert. Es war der Auftakt der systematischen Verfolgung in Deutschland, die auch für unsere Geilenkirchener jüdische Bevölkerung in Vertreibung und Tod in Sobibor, Treblinka, Majdanek, Riga, Theresienstadt, Mauthausen, Auschwitz und anderen Orten endete.

Nach Gebeten, Bitten um Vergebung für das Ungeheuerliche, das im Namen der Deutschen begangen wurde, mahnenden Worten für die Gegenwart und Zukunft ging die Gruppe von ca. 50 bis 70 Personen, unter ihnen etliche Kinder und Jugendliche, zunächst schweigend zum Synagogenplatz, gedachte des Pogroms und legte am Gedenkstein Rosen der Erinnerung nieder.

Schweigend begaben sich die Teilnehmer anschließend zum jüdischen Friedhof, wo vor allem der Ermordeten gedacht wurde, die in Massengräbern an unbekannten Orten verscharrt wurden, die kein Grab irgendwo auf der Welt haben, deren Asche verstreut wurde in abgelegenen Bereichen der Konzentrationslager, auf Wiesen, in Wäldern, in Sümpfen.